10.05.2026 15:00–16:30 Uhr
Die Anmeldefrist für diese Veranstaltung ist leider schon vorbei.Die Vision, die hinter Tuttifonds steckt, ist ein insgesamt resilienterer Kulturbereich und gleichzeitig: stärker gelebte Solidarität innerhalb.
Tuttifonds ist ein Vorschlag für ein neues Solidaritätsmodell für unsere vielfältige Kunst- und Kulturszene: Kultureinrichtungen, Initiativen, Kollektive, Freischaffende – von großen Häusern bis zur freien Szene – leisten freiwillig eine kleine Abgabe und schaffen damit gemeinsam einen Fonds, der in Krisensituationen schnell und unbürokratisch unterstützen kann. Ziel ist es, ein Verfahren zu etablieren, das in Notlagen hilft - als Zeichen gegen kulturfeindliche Entscheidungen, als Überbrückung bei Elementarschäden...
Wie kann so ein "1% für alle"-Modell mit fairer Beitragszahlung aussehen? Wer zahlt ein – und wer profitiert? Wie lassen sich Beiträge fair gestalten, ohne bestehende Ungleichheiten zu verstärken?
Und: Wie können wir eine solche Selbsthilfe-Stuktur kreieren, ohne die Kulturpolitik aus ihrer Verantwortung zu nehmen?
In der Session stellt das Team den aktuellen Stand des Projekts vor und lädt dazu ein, zentrale Fragen gemeinsam weiterzudenken. In diesem interaktiven Format werden mögliche Szenarien erprobt, weiterentwickelt und auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft - und ein Wir-Gefühl erleb- und fühlbar gemacht.
Die Idee zu Tuttifonds entstand im Rahmen des Tuned Netzwerks der Kulturstiftung des Bundes und wird hier auch weiterentwickelt.
Auli Eberle ist Nachhaltigkeitsberaterin und Organisationsentwicklerin und begleitet Kulturinstitutionen auf ihrem Weg zu nachhaltigem Organisationshandeln. Hierfür verbindet sie ihre Fachkompetenzen in strategischem Nachhaltigkeitsmanagement (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde) mit Prozesskompetenzen in systemischer Organisationsentwicklung (Finding Futures – Institut für Organisationsentwicklung in Nonprofit-Organisationen). Als Beraterin ist ihre Kernleistung die Strategie- und Leitbildentwicklung, ihre Kompetenzen im Bereich Vermittlung/Bildung setzt sie bei ihren Lehraufträgen ein, u. a. an der Hochschule für Wirtschaft und Recht/HWR Berlin oder an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel.
Neben ihrer Beratungstätigkeit wirkt Auli Eberle im Musikbereich und schöpft dafür u.a. aus ihren langjährigen Erfahrungen der Programmgestaltung für zeitgenössische Klassik und Musikvermittlung, zuletzt am Nikolaisaal Potsdam und bei den Musikfestspielen Sanssouci. Aktuell arbeitet Auli Eberle im musikpolitischen Bereich (Deutscher Musikrat, Referentin Generalsekretariat) und als Konzertmanagerin (Thüringer Bachwochen, Formatentwicklung Tuned/Kulturstiftung des Bundes) und konzipiert dort ganzheitliche Sonderformate mit klassischer Musik.
Johanna-Leonore Dahlhoff ist Flötistin und Komponistin. Seit 2016 ist sie künstlerische Leiterin von Bridges – Musik verbindet in Frankfurt am Main und gründete 2019 gemeinsam mit Anke Karen Meyer das Bridges Kammerorchester. Das Orchester bringt Musikstile und Instrumente aus verschiedensten Regionen der Welt zusammen und entwickelt diese kollektiv und transkulturell weiter. Das vielfach ausgezeichnete Orchester tritt u.a. in der Elbphilharmonie, beim Bachfest Leipzig sowie beim Heidelberger Frühling auf. ARTE produzierte 2025 das Programm „Beyond time and space“.
Johanna-Leonore Dahlhoff konzertiert weltweit. Sie arrangiert bekannte Werke der europäischen Kunstmusik für transkulturelle Besetzungen und komponiert Ensemble- und Orchesterwerke. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, künstlerisches Schaffen mit sozialer Verantwortung zu kombinieren. Aus diesem Grund setzt sie sich u.a. für faire Arbeitsbedingungen in der Freien Szene sowie für Diversität in der Musikszene ein.
Sie studierte Flöte in Hamburg und Hannover und Musiktherapie in Berlin und München.
Julian Rieken ist Künstler, Kurator und Kulturmanager. Seine Praxis verbindet künstlerische Arbeit, kuratorische Dramaturgien und interdisziplinäre Formate an der Schnittstelle von experimentellem Klang, künstlerischer Forschung, kritischen Ökologien und sozial engagierter Kunstpraxis. Er studierte Kultur-, Musik- und Medienwissenschaft sowie Kultur- und Medienmanagement in Bremen, Berlin und Salamanca.
Als Gründer von Studio Otherwise (www.studio-otherwise.com) entwickelt er künstlerische und kuratorische Projekte, die Organisationen neue Perspektiven auf komplexe Herausforderungen eröffnen und Kunst als Instrument sinnstiftender Transformation begreifen. Mit seiner Konzertplattform betterconcerts.org kuratiert und dokumentiert er Projekte, die das klassische Konzertformat neu denken und einen Austausch über alternative Aufführungspraktiken anregen. Von 2020 bis 2024 war er Künstlerischer Leiter des IMPULS Festivals und Kurator des Forums für zeitgenössische Musik Leipzig (FZML), wo er klangbezogene und performative Formate entwickelte, die künstlerische Innovation mit gesellschaftlicher Teilhabe und Reflexion verbinden.
Franziska Ritter ist Szenografin und Kulturvermittlerin. Sie lehrt und forscht am Studiengang Bühnenbild_Szenischer Raum TU Berlin und unterrichtet Konzertdesign, Ausstellungsgestaltung und Theaterbau, auch an vielen anderen Hochschulen. Als freischaffende Szenografin gestaltet sie Konzerterlebnisse, die Publikum und Künstler:innen auf vielfältige Weise in Begegnung und Bewegung bringt - u.a. mit dem Stegreif Orchester und dem Projekt “freebruckner”. Mit den kleinen aber feinen 1:1 CONCERTS hat sie 2019 ein Konzertformat erfunden, das weltweit kulturelle Kraftorte schafft und sich seit 2020 als gemeinnütziger Verein für die freie Szene und den erleichterten Zugang zu Kunst und Kultur einsetzt. Zur Zeit kuratiert sie für TONALi die SOZIALE SYMPHONIE als partizipatives Projekt zum Thema “Mut zur Utopie” in der Elbphilharmonie Hamburg.