10.05.2026 11:00 Uhr
Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.Wir arbeiten uns in der Kulturpolitik seit Jahren an dem Begriff „Systemrelevanz“ ab.
Aber was, wenn dieser Begriff uns mehr nimmt, als er uns gibt?
Andrea Tober schlägt eine kleine, aber folgenreiche Verschiebung vor: weg von Systemrelevanz, hin zu Systemimmanenz. Kulturinstitutionen sind nicht relevant für ein System, das ohne sie gedacht wird. Sie sind Teil dieses Systems — und müssen sich genau deshalb immer wieder neu im Austausch mit Gesellschaft, Öffentlichkeit und Politik verhandeln.
In ihrem Impuls zum Spannungsfeld zwischen Tradition und Transformation verbindet Andrea Tober Perspektiven aus Konzertpraxis, Musikvermittlung, Hochschullehre und -leitung und Kulturpolitik. Sie fragt: Was bedeutet diese Verschiebung für Ausbildung und Nachwuchs? Für die Berufsbilder, in die wir junge Musiker:innen entlassen? Für die Häuser, die sie aufnehmen?
Am Ende stehen Forderungen an Institutionen, die nicht nur überleben, sondern wirken wollen. Ein Plädoyer dafür, den Verteidigungsmodus zu verlassen — und institutionelle Verantwortung neu zu denken.
Als Musikerin, Musikvermittlerin, Musikpädagogin und Kulturmanagerin bei verschiedenen Kultur- und Bildungsinitiativen und -institutionen stehen vor allem der Wert von, das Wissen über und die Wirkung von Musik und Kultur in der Gesellschaft im Vordergrund. Praktisch umsetzen konnte sie das unter anderem als Leiterin des Education-Programms der Berliner Philharmoniker. Als Professorin für Musikmanagement und Musikvermittlung an der Hochschule für Musik Hans Eisler Berlin kann sie dies auch an die nachwachsende Musiker*innengeneration vermitteln. Als Prorektorin war vor allem das Thema Digitale Transformation in Lehre und Administration auf der Agenda, seit 2023 ist sie nun Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Ab Oktober 2026 übernimmt sie den Vorsitz der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen.